Urlaub in Polen

Die Heiligen Drei Könige - ein christlicher Feiertag hält Einzug in Polen

Im September 2010 wurde der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige in Polen wieder zu einem christlichen Feiertag und somit zu einem arbeitsfreien Tag erklärt. Um dies gebührend zu feiern, wurde der Tag der Heiligen Drei Könige in Warschau, der Hauptstadt Polens, am 06. Januar 2011 mit einem großen Umzug geehrt. Dieser war dem traditionellen Zug der Heiligen Drei Könige nachgebildet und fast 1500 Schausteller, hauptsächlich Eltern und Schüler aus christlichen Einrichtungen, nahmen daran teil. Der Umzug begann um 12 Uhr mit einer festlichen Rede der Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz und dem Sejmmarschall Grzegorz Schetyna, dann zogen die Heiligen Drei Könige zu Pferd, und wegen der Kälte nicht wie geplant mit Kamelen, durch die Warschauer Innenstadt bis hin zum Pilsudski-Platz.

Auf dem Weg dorthin wurde den vielen Schaulustigen einiges geboten. Bunt kostümierte Kinder in den Farben rot, grün und blau, welche die Kontinente Afrika, Asien und Europa darstellten, waren überall zu sehen und eine Schlacht zwischen Engeln und Teufeln musste auf dem Weg zum Stall überstanden werden. In diesem fanden die Heiligen Drei Könige das Jesuskind in einer Krippe vor und huldigten diesem in christlicher Tradition mit Gold, Myrre und Weihrauch. Tausende Menschen säumten den Weg und folgten der Prozession, so dass dieser Tag zu einem farbenfrohen und attraktionsreichen Spektakel wurde.

Mit dem im Jahr 1960 ursprünglich abgeschafften und jetzt wieder eingeführten Tag der Heiligen Drei Könige hat Polen erneut 13 christliche Feiertage, und dieser wurde nach einem halben Jahrhundert laut und bunt gefeiert. Diese zum Großteil auf eine Volksinitiative aus dem Jahr 2008 zurückreichende Aktion, ist eine Tat des Bürgermeisters von Lodz, Jerzy Kropiwnicki, der hierfür eigens ein Komitee gründete und mehr als eine halbe Millionen Unterschriften sammelte. Selbstverständlich wurde er dabei von der katholischen Kirche unterstützt und der polnische Kardinal Kazimierz Nycz sprach nach dieser erfolgreichen Wiedereinführung eines Feiertages von einer Rückkehr zu den alten Traditionen, die auch in den kommenden Jahren groß gefeiert werden wird.

Aber nicht nur die Bevölkerung Polens unterstützte die Initiative begeistert, auch die Stimmen der umliegenden Länder zu diesem recht unerwarteten Ereignis waren durchweg positiv. Niemand schien ernsthaft erwartet zu haben, dass eine Regierung durch eine Unterschriftenaktion dazu bewegt werden könnte, einen christlichen Feiertag erneut einzuführen.

Jedoch wurde in diesem Zusammenhang auch die Feiertagsregelung in Polen geändert. Nachdem bereits seit zwei Jahren alle Geschäfte an Feiertagen schließen müssen, gibt es nun auch keinen Ersatz mehr für einen freien Tag, falls ein Feiertag auf einen Sonntag oder anderweitig freien Arbeitstag fällt.

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